Bachmuschel  Unio crassus


Die Bachmuschel, auch Gemeine oder Kleine Flussmuschel (Unio crassus), ist eine im Süßwasser
lebende Muschel. Der Name Bachmuschel ist gebräuchlich geworden, als in den 1980er Jahren
deutlich wurde, dass diese Art fast nur noch in den Oberläufen der Gewässer anzutreffen war. Allerdings
ist die Art ursprünglich auch bis in die großen Flusssysteme von Elbe, Rhein und Donau hinein
verbreitet gewesen. In Deutschland beschränken sich Nachweise von vitalen und reproduzierenden
Populationen dieser Art derzeit (2009) noch auf kleinere Flusssysteme und Bäche. Die Delme ist in
dieser Region der einzige Fluss, wo Populationen nachgewiesen werden konnten.
Mit ca. 4 Jahren sind Bachmuscheln geschlechtsreif und bleiben fast während ihres gesamten Lebens
fortpflanzungsfähig. Allerdings nimmt die Fruchtbarkeit in alten Populationen stark ab. Es sind
kaum noch junge Muscheln zu finden. Ursachen sind neben den natürlichen Feinden wie der
Bisamratte
vor allem künstliche Düngemittel, die z.B. über Drainagen in die Gewässer eingeleitet werden.
Da junge Muscheln zum Teil fast vollständig in diesen Beständen fehlen, werden Verluste durch
Mortalität nicht mehr oder nur ungenügend ausgeglichen.