Flußneunauge


Die aalförmigen Flussneunaugen gehören nicht zu den echten Fischen sondern zur Gruppe der
Rundmäuler. Sie verdanken ihren Namen neun reihenförmig angeordneten, runden Körperöffnungen
auf jeder Körperseite. Sieben davon sind Kiemenlöcher, hinzu kommt noch je ein Geruchsorgan und
ein Auge. Flussneunaugen können eine Länge von 30 bis 40 cm erreichen. Zwischen Februar und
Mai laichen die Tiere in sandig-kiesigen Fließgewässern. Hierfür schlagen sie flache Laichgruben,
meist in Wassertiefen von 5 bis 30 cm Wassertiefe. Die jungen augen- und zahnlosen Neunaugen
werden als Querder bezeichnet. Sie bleiben zunächst im Süßwasser, wo sie ihre Nahrung (organische
Partikel und Kleintiere) aus dem Substrat herausfiltern. Nach 3 bis 5 Jahren erfolgt die Umwandlung
(Metamorphose) zum erwachsenen Tier. Anschließend wandern die Tiere, die nun 9 bis 15 cm lang
sind, ins Meer. Dort ernähren sie sich parasitisch indem sie sich an Fische anheften (vor allem
Dorsche oder Heringe), von denen sie Gewebestückchen herausraspeln und verzehren. Nach weiteren
zwei bis drei Jahren wandern die Tiere zum Ablaichen wieder ins Süßwasser. Bei dieser
Rückwanderung wird keine Nahrung mehr aufgenommen. Laichhabitate befinden sich in sandigen,
kiesigen, vorzugsweise beschatteten Bachbereichen. Die Querder benötigen Feinsedimentbereiche
(Ton-, Schlick- und Sandfraktionen) mit geringer Strömungsgeschwindigkeit unter 0,4 m/s.